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Der österreichische Bühnendichter Johann Nepomuk Nestroy ist ein Satiriker und Wortakrobat von Weltrang. Da er seine nur schwer übersetzbaren Wortspiele im Wiener Dialekt verfasste, ist Nestroy allerdings außerhalb Österreichs kaum bekannt. Eigentlich soll der 1801 geborene Sohn eines Wiener Anwalts Jurist werden. Aber schon bald zieht es ihn zum Theater. Als Bassbariton singt er zunächst ernste Opernrollen, entdeckt jedoch schnell sein Talent fürs Lustspiel. Mit beißendem Spott bringt Nestroy das Abgründige und Widersprüchliche im Menschen auf die Bühne. Autorin: Daniela Wakonigg © WDR 2012
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Es gibt Worte, die scheinen schon immer da gewesen zu sein. Und gleichzeitig wirken sie aktuell passend. Der Satz "Singe, wem Gesang gegeben" gehört dazu. Man möchte ihn manchem Bewerber in den aktuellen Casting-Shows entgegen werfen. Doch der Satz ist 200 Jahre alt. Ludwig Uhland hat ihn aufgeschrieben. Als Aphorismus, Vers oder Lied? Die Grenze ist fließend. Autor: Ralph Erdenberger © WDR 2012
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Elektrizität als Systemtechnik - das war die strahlende Vision des Maschinenbauingenieurs Emil Rathenau. Von der Stromerzeugung im Kraftwerk über die Stromverteilung im Netz bis zum elektrischen Anschluss und elektrischen Geräten beim Kunden. Alles aus einer Hand, alles von der "Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft", von Rathenaus AEG. Über 100 Jahre hieß AEG: "Aus Erfahrung Gut", dann nur noch: "Am Ende gescheitert". Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2012
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Sie waren als Erste auf dem Mond, reisten um die ganze Welt, immer auf der Jagd nach fiesen Verbrechern: Tim und Struppi (im belgischen Original Tintin und Milou), ein junger, neugieriger Reporter und sein kleiner Hund, die seit 1929 Hals über Kopf von einem Abenteuer ins andere schlittern. Entworfen wurden die beiden Comic-Helden vom belgischen Zeichner Hergé, geboren als Georges Prosper Remi. Das Pseudonym ergab sich aus seinen vertauschten, französisch ausgesprochenen Initialen: RG. Autorin: Anna Osius © WDR 2012
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Vor einigen Jahren sorgte eine TV-Serie für Wirbel unter Wissenschaftlern. In einer Episode der Simpsons hieß es, die sogenannte Corioliskraft bewirke, dass südlich des Äquators das Wasser gegen den Uhrzeigersinn abfließe, auf der Nordhalbkugel dagegen umgekehrt. Richtig ist, dass der am 21. Mai 1792 geborene französische Physiker Gaspard de Coriolis 1835 zwar nachweisen konnte, dass auf eine Masse, die sich auf einem rotierenden System - wie der Erde - bewegt, eine weitere Kraft, nämlich die nach ihm benannte Corioliskraft wirkt. Um die Fließrichtung eines Wasserstrudels zu beeinträchtigen, ist diese allerdings zu gering. Autor: Herwig Katzer © WDR 2012